AG Berliner Ehrengräber

Ehrengrabstein und Kranz des Regierenden Bürgermeisters (A. Winkelmann 2019)

In der Arbeitsgemeinschaft (AG) Berliner Ehrengräber haben sich Berliner Initiativen und Vereine aus den Bereichen Kultur und Geschichte zusammengefunden, die der gegenwärtigen Praxis für die Ehrung verdienter Berlinerinnen und Berliner kritisch gegenüberstehen.


Die Berliner Ehrengräber sind nach Auffassung der Arbeitsgemeinschaft ein bedeutender Teil unseres gemeinsamen Kulturerbes. Sie müssen vom Berliner Senat besonders gewürdigt und den Berlinerinnen und Berlinern nähergebracht werden. Der Senat hat nach Ansicht der AG auch deshalb eine große Verpflichtung, da die Stadt nicht nur über weltweit beachtete historische Friedhöfe verfügt, sondern als ehemals preußische und spätere deutsche Hauptstadt über Jahrhunderte eine außerordentlich große Zahl an Persönlichkeiten aus allen Bereichen des künstlerischen, politischen, sozialen und technischen Lebens angezogen hat.
Die Arbeitsgemeinschaft ist mit der Streichung zuvor geehrter Personen von der Liste der Ehrengrabstätten auf Basis einer festgelegten Laufzeit von 20 Jahren nicht einverstanden und möchte mit dem Senat darüber ins Gespräch kommen. Auch mit der intransparenten Praxis der (Wieder-)Genehmigung von Ehrengräbern sind die Mitglieder der AG unzufrieden.

 

Unterstützer
Unterstützung erfährt die AG durch den Architekten- und Ingenieurverein zu Berlin-Brandenburg, die Carl-Gotthard-Langhans-Gesellschaft Berlin, die Mendelssohn-Gesellschaft, die Scharoun-Gesellschaft, den Verein für die Geschichte Berlins, die Landesgeschichtliche Vereinigung für die Mark Brandenburg, aus dem Fachbeirat der Stiftung historische Friedhöfe und Kirchhöfe, von den Landsmannschaften Westpreußen und Schlesien und durch viele weitere Akteure.

Die AG Berliner Ehrengräber ist Mitglied im Kulturerbenetz Berlin.

 


Friedhofskultur in Deutschland: Immaterielles Kulturerbe der UNESCO!
Seit März 2020 ist die Friedhofskultur in Deutschland Immaterielles Kulturerbe der UNESCO. Dieses immaterielle Erbe umfasst nicht die Friedhöfe an sich, sondern „die lebendigen Ausdrucksformen, die von menschlichem Wissen und Können getragen, von Generation zu Generation weitervermittelt und stetig neu geschaffen und verändert werden“, wie es die deutsche UNESCO-Kommission formuliert.
Bei der Friedhofskultur auf den kommunalen, christlichen, jüdischen und muslimischen Friedhöfen in Berlin geht es um zwei große Themenfelde. Zum einen darum, was wir auf dem Friedhof tun: trauern, erinnern und gedenken, gestalten, pflegen und bewahren. Zum anderen um den vielfältigen Wert der Friedhofskultur für unsere Stadtgesellschaft: kulturell, sozial und historisch, in Bezug auf Klima- und Naturschutz, gesellschaftliche Integration und nationale Identität. Diese täglich gelebten Kulturtechniken, zu denen auch die Einrichtung, Bekanntmachung und Pflege der Berliner Ehrengräber gehört, tragen zum Erhalt eines gemeinsamen Gedächtnisses bei.

Foto: A. Winkelmann 2019

Das Berliner Ehrengrabprogramm
Über das Berliner Ehrengrabprogramm des Senats wird auf Antrag und nach Prüfung des Vorschlags einer Grabstätte der Ehrengrabstatus verliehen. Vor das Grab der geehrten Person (verdiente Berlinerinnen und Berliner aus vier Jahrhunderten) wird zum äußeren Zeichen der Ehrung ein Terracotta-Stein mit der Aufschrift EHRENGRAB LAND BERLIN und dem Wappen Berlins gelegt. Eine Verlängerung der Laufzeit eines Ehrengrabs kann nach 20 Jahren beantragt werden, wird aber nicht immer genehmigt. Ohne Antrag verfällt der Ehrengrabstatus.

Kontakt zur AG Berliner Ehrengräber
Dr. Peter Lemburg
Architekten- und Ingenieurverein zu Berlin-Brandenburg (AIV), Bleibtreustraße 33, 10707 Berlin
Tel.: 030 / 883 45 98 (Geschäftsstelle AIV)
E-Mail: berliner.ehrengraeber@gmail.com

 

 

Carl-Gotthard-Langhans-
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