Der Sohn: Carl Ferdinand Langhans

Lithographie nach einem Gemälde von Franz Krüger (Architekturmuseum der TU Berlin)

Carl Ferdinand Langhans wird am 14. Januar 1781 in Breslau als Sohn von Carl Gotthard Langhans und Anna Elisabeth Jäckel geboren und kommt im Alter von sechs Jahren nach Berlin. Mit 16 Jahren wird er als Baukondukteur beim Oberhofbauamt vereidigt. Ab 1799 erhält er an der soeben gegründeten Königlichen Bauakademie Unterricht bei seinem Vater und bei David Gilly, Direktor des Oberbaudepartments. Zu Carl Ferdinands Kommilitonen gehören Karl Friedrich Schinkel und Friedrich Gilly.

     Da Carl Ferdinand Langhans in der Krisenzeit der Napoleonischen Kriege nicht mehr bezahlt werden kann, geht er auf Fortbildungsreisen, u.a. nach Italien. Seit Herbst 1808 ist er in Breslau als Privatarchitekt tätig, wird aber 1819 als Königlicher Baurat erneut in den Staatsdienst berufen. In den folgenden Jahren realisiert er für Breslau die Börse, die Elftausendjungfrauen-Kirche, die Marienkapelle in Oswitz und die Synagoge zum Weißen Storch (alle erhalten).

 

Für den Auftrag des Prinz Wilhelm Palais (Altes Palais) zieht Carl Ferdinand Langhans 1834 zurück nach Berlin. Durch den gelungenen Bau „auf einem meisterhaft disponirten Grundrisse“ macht er sich endgültig einen Namen. Der Neubau des 1843 abgebrannten Berliner Opernhauses (Staatsoper Unter den Linden) verschafft ihm wegen des akustisch hervorragenden Zuschauer- und Bühnenraums den Ruf des bedeutendsten deutschen Theaterarchitekten seiner Zeit. Der junge Langhans war bereits 1800–02 bei der Ausführung des von seinem Vater entworfenen Berliner Schauspielhauses mit dem Theaterbau in Berührung gekommen, und im Laufe seines Lebens verwirklicht er Bühnenhäuser in Berlin (Staatsoper, Krolloper, Victoria Theater), Liegnitz, Stettin, Dessau, Breslau und Leipzig. Er verfasst mehrere Schriften über den Theaterbau.

    Carl Ferdinand Langhans war seit 1817 in Breslau mit Juliane Seile († 1828) und seit 1857 in Berlin mit Henriette Winkel (1833–1916) verheiratet. Am 22. November 1869 stirbt er kinderlos in Berlin.

Berliner Grabstätte von Carl Ferdinand Langhans

Langhans-Gedenkstätte im Mausoleum Massute

Das Grab von Carl Gotthard Langhans wurde spätestestens 1957 mit der Überbauung des Großen Friedhofes in Breslau zerstört. Die Grabstätte seines Sohnes, Carl Ferdinand Langhans befindet sich in Berlin auf dem Friedhof Jerusalems- und Neue-Kirche III, Friedhöfe vor dem Halleschen Tor. Dort wird die Carl-Gotthard-Langhans-Gesellschaft Berlin im September 2017 eine Langhans-Gedenkstätte eröffnen und mit Ausstellungen, Führungen, Vorträgen und Lesungen an Vater und Sohn Langhans erinnern. Unterstützt wird sie dabei vom Evangelischen Friedhofsverband Berlin Stadtmitte, in dessen Obhut sich das Mausoleum befindet.

Quellen: Juliane Bluhm, in: stiftung-historische-friedhoefe.de/carl-ferdinand-langhans/; Karl Ferdinand Langhans, in: deutsche-biographie.de, Lionel v. Donop (ADB), Hans Reuther (NDB)

 

Text: Annette Winkelmann

Carl-Gotthard-Langhans-Gesellschaft Berlin e.V.

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