Die Ruhestätte der Geschwister Massute

Ruhestätte der Geschwister Massute (Photo © Frank Prietz 2018)

„Einhundert Fünf und Siebzig Thaler Courant“ Gebühren entrichteten die Gebrüder Massute im März 1826 an die Kirchenkasse der Gemeinde für den „überlassenen Fleck Landes auf dem zur Jerusalems- und Neuen Kirche gehörigen Begräbnisplatz (…) von Ein und 3/4 Quadrat Ruthen Flächeninhalt.“

Bei dem stattlichen Memorialbau, den sie anschließend als Erbbegräbnis für sich und weitere Geschwister errichten ließen, handelt es sich um einen fast sechs Meter breiten und knapp dreieinhalb Meter tiefen Ziegelbau, dem als Front eine dorisierende Tempelfassade aus Sandstein und Putz vorgelagert ist. Unter dem Dreiecksgiebel ist die Inschrift RUHESTAETTE DER GESCHWISTER MASSUTE zu lesen, die sich fast über die gesamte Fassadenbreite erstreckt. Während die Gebäudeecken von zwei Pilastern betont werden, flankieren zwei kannelierte Halbsäulen das rundbogige Portal. Den Eingang ziert nach oben – über dem Türsturz – ein Fenster in Form einer klassischen Lünette. In die Seitenwände, die unverputzt das rote Ziegelmaterial zeigen, sind Rundfenster eingelassen.

(Text: Dr. Jörg Kuhn, Berlin, www.berliner-grabmale-retten.de/erbbegrabnis-geschwister-massute/)

Die Geschwister Massute, Berliner Viktualien- und Kolonialwarenhändler, leisteten sich für ihren Begräbnisort ein Bauwerk bemerkenswerter ästhetischer und baukonstruktiver Qualität.

 

Als die Carl-Gotthard-Langhans-Gesellschaft Berlin e.V. 2016 dem Evangelischen Friedhofsverband Berlin Stadtmitte vorschlug, auf dem Friedhof Jerusalems- und Neue Kirche III eine Langhans-Gedenkstätte einrichten zu dürfen, fiel die Wahl auf das kriegsbeschädigte und verfallene Mausoleum der Geschwister Massute, da die klassizistische Tempelarchitektur des Mausoleums als besonders passend und repräsentativ für diese beiden einflußreichen Architekten des preußischen Klassizismus empfunden wurde. 2017 konnte nach sehr aufwendigen Sanierungsarbeiten im Mausoleum der Geschwister Massute eine Langhans-Gedenkstätte eingerichtet werden. Die stark beschädigte originale Eisentür von 1826 wurde 2018 umfänglich restauriert und wieder eingebaut.

 

Zwischen den Geschwistern Massute und Vater und Sohn Langhans bestanden (so weit wir bisher wissen) keine Verbindungen. Nachfahren der Familie Massute unterstützen die Gedenkstätte Langhans als Mitglieder der Carl-Gotthard-Langhans-Gesellschaft Berlin.

 

Sanierung und Restaurierung Mausoleum Massute 20162018

Auftraggeber: Evangelischer Friedhofsverband Berlin Stadtmitte, mit der Carl-Gotthard-Langhans-Gesellschaft Berlin e.V.
Planung und Bauleitung: Nedelykov Moreira Architekten, Berlin
Finanzierung: Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Evangelischer Friedhofsverband Berlin Stadtmitte, Landesdenkmalamt Berlin, Carl-Gotthard-Langhans-Gesellschaft Berlin e.V.
Statik: Ingenieurbüro Rüdiger Jockwer
Ausführung: Roland Schulze Baudenkmalpflege, Potsdam

Restaurierung/Rekonstruktion Tür: Metall & Konzept Olaf Ignaszewski, Berlin

Carl-Gotthard-Langhans-Gesellschaft Berlin e.V.

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